Der Fahrende Raum ist ein künstlerischer Aktionsraum. Räumlich hat er keine feste Form (mehr) und geht auf Situationen vor Ort ein: Treffpunkt, Bühne, Atelier, Forschungszentrum, Werkstatt, Archiv und Spielplatz. Seit 2015 treten Künstler:innen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Sommer im öffentlichen Raum, oft einem Grünstreifen oder Park, in wechselnden Stadtteilen Münchens in Aktion. Welchen Situationen begegnen wir vor Ort? Wer lebt hier und zu was soll dieser Raum temporär werden? Wir befragen gemeinsam den Stadtraum aus unterschiedlichen Perspektiven und machen unsere Entdeckungen öffentlich.
Der Fahrende Raum bringt jedes Jahr im Herbst eine Flugschrift heraus, die bei uns bestellt oder vor Ort abgeholt werden kann.
Ein Projekt von Kultur & Spielraum e.V. München im Auftrag des Sozialreferats / Stadtjugendamts und gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
» Die Aktionen finden auf Straßen und Plätzen statt, also in der Öffentlichkeit. Die Aktionen werden in der Absicht veranstaltet, die Betrachter (Passanten, Leute, Mitspieler) einerseits auf Vorgänge ihrer Umgebung, auf gesellschaftliche und individuelle Verhaltensformen aufmerksam zu machen, andererseits zum Mitspielen, zum Agieren anzuregen. Aufmerksamkeit wird dann erreicht, wenn unerwartete Vorgänge in einer gewohnten Umgebung ablaufen (darin unterscheiden sich Aktionen von Volksfesten und Kunstausstellungen). «
(F. Klein, B. Laurer, D. Leypold, N. Pfeiffer, M. Popp, G. Springer, K. Thiele), Archiv Akademie der Bildenden Künste München
Kultur & Spielraum entwickelt und realisiert Projekte der kulturellen und politischen Bildung an verschiedenen Orten in der Stadt München und dauerhaft in den beiden Kinder- und Jugendkulturwerkstätten Seidlvilla und Pasinger Fabrik. Der Verein besteht seit 1989, ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendarbeit und gemeinnützig.
Ende der 1960er Jahre begann eine Gruppe junger Kunstpädagog*innen aus dem Umfeld der Münchner Kunstakademie, die Kunstpädagogik grundlegend zu verändern. Unter dem Namen KEKS – Kunst, Erziehung, Kybernetik, Soziologie – verließen sie das Klassenzimmer, um den Stadtraum als lebendigen Erfahrungsort zu nutzen. Sie setzten auf aktives Handeln statt auf passive Rezeption. Mit Aktion als zentralem Element hinterfragten sie Kunst und Gesellschaft und bewegten sich im Zwischenfeld von Kunst und Kunstdidaktik.
Kultur & Spielraum geht personell und inhaltlich aus dieser Bewegung hervor: Gerd Grüneisl war Mitglied von KEKS und ist Vereinsmitbegründer von Kultur & Spielraum. Unser Programm bildet eine Brücke in die Gegenwart und beschäftigt sich weiter mit Spiel, öffentlichem Raum und Lernen.